Wenn die UNRWA kollabiert, sind die Folgen fatal
Das Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge steht am Rand des Zusammenbruchs. Sein Leiter Philippe Lazzarini legt im Gastbeitrag dar, warum das verhindert werden muss.
Mit Ende dieses Monats werde ich meine Amtszeit als Generalkommissar der UNRWA beenden – jenes Hilfswerks der Vereinten Nationen, das seit über 75 Jahren Palästinaflüchtlinge im gesamten Nahen Osten mit grundlegenden, quasi öffentlichen Hilfsdienstleistungen unterstützt.
Während die Welt um einen Ausweg aus der Gaza-Krise ringt und der US-israelische Krieg gegen den Iran sich auf die gesamte Region auszubreiten droht, bin ich zutiefst besorgt über die Zukunft der Palästinaflüchtlinge sowie unseres etablierten multilateralen Systems.
Seit mehr als zwei Jahren wird die UNRWA kontinuierlich physisch, politisch und juristisch angegriffen – am heftigsten in den besetzten palästinensischen Gebieten. Heute hat das Hilfswerk seine Belastungsgrenze erreicht. Für die Rechte der palästinensischen Flüchtlinge sowie für die Stabilität der gesamten Region steht immens viel auf dem Spiel.
Im Dezember 2023, inmitten der eskalierenden Brutalität des Krieges in Gaza, schrieb ich an den damaligen Präsidenten der UNO-Generalversammlung, dass ich in meinen 35 Jahren der Arbeit in komplexen Krisengebieten niemals zuvor über die Tötung von 130 Mitarbeitenden berichten musste. Damals konnte ich mir nicht vorstellen, dass sich diese Zahl verdreifachen würde – inzwischen sind über 390 Kolleginnen und Kollegen ums Leben gekommen.
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Kinovorstellung & Diskussion im September 2026
"UNRWA, 75 Jahre einer provisorischen Geschichte": Der Dokumentarfilm von Lyana Saleh und Nicolas Wadimoff (Akka Films - RTS) zeigt die komplexe Geschichte des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA), und lässt dabei israelische und palästinensische Expert:innen zu Wort kommen – auf ausgewogene Weise und ohne politische Voreingenommenheit.
Studie «Sicherheit 2026»: Wunsch nach einer starken Armee und mehr sicherheitspolitischer Kooperation
Schweizerinnen und Schweizer beurteilen die weltpolitische Lage sowie die Zukunft der Schweiz 2026 noch pessimistischer als 2025. Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen, welche die Verteidigungsausgaben als zu tief bewerten, so hoch wie noch nie seit Messbeginn 1986. Die Schweizer Armee wird positiv bewertet und eine NATO-Annäherung ist mehrheitsfähig. Dies zeigt die Studie «Sicherheit 2026», die von der Militärakademie (MILAK) an der ETH Zürich und dem Center for Security Studies (CSS) der ETH Zürich herausgegeben wird.